Weniger Wildkraut und mehr Ertrag durch Mulchen im Garten

Früher waren Pflügen und Eggen bewährte Methoden, die sich aber negativ auf wichtige Mikro­organismen des Bodens auswirken. Heute ist Mulchen vermutlich eines der Lieblings-Gesprächs­themen von Bio-Gärtnern. Die Permakultur hilft uns auf die Natur zu hören und dem Boden das zu geben, was er braucht. Den Gärtner freut es, denn es bedeutet weniger Aufwand und durch die schützende Boden­schicht kommt auch weniger Beikraut durch.
Mittlerweile ist nachgewiesen, dass weniger intensive Boden­bearbeitung besser ist. Häufiges Pflügen oder Eggen führt zu Erosion, Verschlämmung und reduziert die Trag­fähig­keit und Frucht­bar­keit des Bodens. In der Permakultur wird gleich komplett auf Boden­bearbeitungs­maßnahmen verzichtet. Stattdessen werden Beete gemulcht, also mit organischem Material bedeckt. Und das hat viele Vorteile. Der Mulch hält Unkraut fern, versorgt den Boden mit Nährstoffen und speichert die Feuchtigkeit. Gleichzeitig ist das Mulch­material kostenlos, wenn es vom eigenen Garten genommen wird. Und bei manchen Sorten führt es sogar zu einem höheren Ertrag. Wenn ihr folgende Tipps befolgt, könnt ihr genau diese Vorteile nutzen.

Unsere Mulch-Tipps

Für den Gemüse­garten eignen sich Schafs-, Hühner- oder Kaninche­nmist sowie Papp­karton als Mulch­material. Im Winter kompostiert das Material und im Frühjahr können stark­zehrende Pflanzen darauf angebaut werden. Durch die Abdeckung wird ein Groß­teil der ungewollten Wild­kräuter und Gräser am Wachstum gehindert. Wichtig ist, dass die Mulchschicht dick genug ist und sich die einzelnen Papp­kartons mehrere Zenti­meter überlappen. Da Samen von Wild­pflanzen im Boden nie ganz vermeidbar sind, sollten Keimlinge frühzeitig gejätet oder gehackt werden, bevor die Pflanzen neue Samen tragen.

Materialien die als Mulch in Frage kommen sind Blätter, halb verrottetes Laub, kleine Äste und Zweige, Rasen­schnitt, Heu, Brenn­nesseln und Beinwell. Mist sollte nicht frisch verwendet werden, eine Lagerung von mindestens einem Jahr wird empfohlen. Stallmist sollte wegen der Pflanzen­verträg­lich­keit zunächst kompostiert werden.

Auch Tier­haare können in der Mulch­schicht verarbeitet werden. Wer an Schafs­wolle kommt kann auch diese zerkleinert auf die Beete legen. Wolle ist reich an Stick­stoff, Phosphor und Kalium und versorgt den Boden mit wichtigen Nähr­stoffen.

Nicht alle Materialien eignen sich überall. Wichtig ist, dass man auch die Geschichte der Fläche berücksichtigt und gut beobachtet wie sich die Pflanzen entwickeln.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für richtiges Mulchen findet ihr bald auch in unseren Online-Kursen. Bleibt informiert und meldet euch für unseren Newsletter an.

Wolfgang Reuter

Wolfgang Reuter

Co-Gründer von PermaStart, verantwortlich für den Shop, ausgebildeter Bestäubungsimker und inspiriert von der regenerativen Landwirtschaft, interessiert an den Themen Market Gardening und Pilzzucht

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Warenkorb