Schonende Bodenbearbeitung in der Permakultur

Auf welche Weise bearbeitet man in der Permakultur am besten seinen Boden? Obwohl in der Permakultur versucht wird, auf Eingriffe ins Bodenleben weitestgehend zu verzichten, kann es in bestimmten Anwendungsfällen sinnvoll sein, den Boden leicht zu bearbeiten. Welche das sind und welches Gartengeräte dabei am besten nutzt erfährst du hier.

Beete anlegen

Im letzten Beitrag bin ich schon darauf eingegangen, wie du dir eine Menge Arbeit beim Beete anlegen sparen kannst. Hier kannst du auf Bodenbearbeitung weitestgehend verzichten. Denn das Bodenleben wird wieder lebendig sobald du ihm Feuchtigkeit und Nahrung zur Verfügung stellst. Bitte verwende zum Anlegen von Beeten keinen Spaten ! Durch das tiefe Graben bringst du die Bodenschichten und die komplexen Organismen durcheinander. Dies solltest du nur beim Anlegen von Teichen machen.

Der Spaten hat im Gemüsegarten nichts zu suchen. Höchstens im Landschaftsbau!

Für das Anlegen von Beeten empfiehlt sich neben der Lasagne-Methode maximal eine Grabegabel oder noch besser die Doppelgrabegabel. Diese lockert den Boden lediglich auf, anstatt ihn zu durchpflügen wie beim Spaten. Auch manuelle Sternfräsen können die Krümelstruktur des Bodens wiederherstellen und ihn auflockern.

Beikräuter reduzieren

Um die Beikräuter zu reduzieren kannst du natürlich immer auf die Wunderwaffe der Permakultur schlechthin zurückgreifen: Das Mulchen. In manchen Fällen ist der Beikrautdruck aber recht stark oder du hast nicht unendlich Mulchmaterial zur Verfügung. In diesem Fall ist es gut, wenn dein Boden schon sehr Humusreich ist. Denn dann ist er meistens schon so locker, dass du die Pflanzen einfach mitsamt Wurzel mit deiner Hand herausziehen kannst. Die Lasagne-Methode wirkt dabei wahre Wunder bei der Neuanlage. Vor allem bei lehmigen Böden!

Mit Brennnesseln ist nicht gut Kirschen essen. Auch wenn sie eine sehr vielseitige Pflanze ist.

Wenn du Beikräuter regelmäßig reduzieren musst, solltest du am besten zur altmodischen Hacke oder zum Sauzahn greifen. Vor allem der Sauzahn ist besonders bodenschonend, da er mit seiner runden Schneidefläche das Beikraut direkt an der Wurzel abschneidet und den umliegenden Boden nur minimal beschädigt.

Kompost machen und ausbringen

Beim Herstellen und einbringen von Kompost nutzt du am besten eine Schaufel mit der du den Kompost über ein Sieb schüttest, um grobe Bestandteile herauszufiltern. Danach kannst du den krümeligen Kompost direkt auf dein Beet oder an die Pflanzen geben, um ihnen einen kleinen Schub zu geben.

Kostenloser Mulch für den Kompost: Wenn er direkt unter einem Baum steht, kann er das Material jedes Jahr auffangen.

Einige Gärtner und Gartenhandbücher empfehlen, den Kompost in den Boden einzuarbeiten. Dies macht aus meiner Sicht nur bei starkt verdichteten Böden Sinn, in denen kaum noch Leben steckt. In diesem Fall beginnst du am besten an, den Boden vor der Kompostgabe mit der Grabegabel aufzulockern und dann mit der Doppelgrabegabel etwas krümeliger zu machen. Dann kann zwischen der Kompostschicht und dem Oberboden wieder Austausch stattfinden. Auf lange Sicht gesehen ist aber auch diese Form der Bodenbearbeitung nicht unbedingt nötig, da Kompost die perfekte Nahrung für die Bodenorganismen ist und sie den Oberboden bei genügend Schatten, Wasser und Nährstoffen wieder krümelig und locker machen.

Jungpflanzen einpflanzen

Für das Einsetzen von Jungpflanzen in das vorbereitete Beet nutzt du am besten eine Pflanzschaufel mit der du ein passendes Loch ausgräbst oder ein Pflanzholz. Der Vorteil beim Pflanzholz ist, dass es nur die absolut nötige Größe für deine Pflanze in den Boden hineinsticht.

Alle Jungpflanzen wollen irgendwann ins Freiland. Und das am besten mit Gartenschaufel und Pflanzhol.

Nachteil ist, dass du je nach Pflanzengröße verschiedene Pflanzhölzer in unterschiedlichen Größen benötigst. Außerdem verdichtet es den Boden nach unten hin etwas, da es die Erde ja herunterdrückt anstatt ihn wie die Schaufel zu entnehmen. Probiere am besten beide Varianten aus und schau, was sich für dich besser anfühlt.

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